Alinas Bericht vom Konzert im Eispalast "Meteor" 
in Dnipropetrovsk/Ukraine (05.06.2005)

 

 

Dnipropetrovsk (oder "Dnepr", wie die Einheimischen ihre Stadt nennen), wurde 1776 gegründet und liegt am Fluß Dnepr. Die ukrainische Stadt ist die zentrale Handels- und Industriestadt im Osten der Ukraine. Mit ihren 1,053 Millionen Einwohnern (April 2005) gilt sie als eine der schönsten Städte der Ukraine.

Am frühen Morgen erreichten wir Dnipropetrovsk und erstanden erst einmal einen Stadtplan. Anschließend gingen wir zu Fuß zum Ticketstand des Eispalastes - ein wenig Sightseeing inklusive, denn wir waren zum 1. Mal in der Stadt.

Wir erreichten den Ticketschalter nach ungefähr einer Stunde. Er war immer noch geschlossen, aber es standen bereits eine Menge Leute davor, die alle ein Ticket kaufen wollten. - Alle mit Gepäck, so dass wir schlossen, dass sie auch alle von auswärts kamen.

Auf dem Weg zum Eispalast war ich sehr erstaunt gewesen, weil wir keine Werbeplakate für das Konzert entdecken konnten. Das erste entdeckte ich erst in der Nähe des Ticketschalters und da verstand ich, warum ich vorher keine entdecken konnte. Die Plakate waren sehr geistreich angebracht worden: hoch oben an den Mästen entlang der Straße und nicht an den dafür vorgesehenen Anschlagtafeln. Aber so konnten die Organisatoren 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: Zum einen wurden die Plakate so von vielen gesehen und zum anderen konnte sie niemand mitnehmen, so dass sie bis zum Konzerttag hängen blieben....

Die 2. Überraschung, die uns ereilte, war die Inschrift auf den Plakaten. Wir waren ein wenig erstaunt über die Bezeichnung "Eine Legende der Krim" gleich neben Thomas' Namen. Aber schließlich sahen wir, dass es sich dabei um den Werbespruch eines Sponsors handelte.... Der Werbespruch ging weiter mit "Rufe das Vergnügen zurück" und zusammen mit dem Namen Modern Talking vor Thomas' Namen erhielten wir den Eindruck, dass wir zurück in die Vergangenheit sollten.

Dieses Gefühl verstärkte sich mit der Zeit, als sich die Zuschauer eine Stunde vor dem Konzert langsam aber sicher versammelten. Sie kamen aus allen Ecken des Landes, um Thomas' 1. Konzert (nach einer langen Pause) in der Ukraine zu erleben. Von Kiew, Odessa, Zaporozhye.... Auffällig war, dass viele gleich mit ihrer gesamten Familie angereist waren: Mütter, die Thomas aus den 80ern kannten, zusammen mit ihren erwachsenen Töchtern, welche während der späten 90er Fans von Thomas wurden. Zudem konnten wir 3 Generationen auf einmal entdecken, eine Beobachtung, die den Spruch "Liebe kann alle Altersstufen vereinen" wahr werden ließ. Und so kamen ca. 4000 Menschen zusammen, um Thomas' Musik zu erleben.

In der Nähe des Eingangs sahen wir eine etwa 70 Jahre alte Frau, die frische Rosen verkaufte. "Kauft die Blumen für Thomas Anders!", rief sie und erzählte jedem Kunden ihre leidenschaftliche Geschichte: "Ich kam hierher, um ein Ticket zu kaufen, aber 70 Hryvnas sind zu viel für mich! Ich könnte evtl. 30 bezahlen... Aber okay, ich werde diese Blumen verkaufen und vielleicht bekomme ich genug Geld für ein Ticket! Ich liebe sie so sehr! Ich bin ein riesiger Fan von ihnen! Wie sie singen! Und dieser Anders ist so attraktiv! Der Blonde ist nicht so nett, aber dieser hier...!" Diese klug ausgelegte Werbekampagne zeigte ihre Wirkung - sie verkaufte ihre Rosen sehr schnell!

Letztendlich wurden die Türen geöffnet und die Besucher strömten in die Halle. Nach 40 Minuten erschienen die Musiker auf der Bühne und das Konzert startete mit einem Gitarrensolo von "Tonight is the night" - was bereits Tradition ist. Nach dem Song begrüßte Thomas das Publikum. Und er kam er sehr schnell in Kontakt mit ihm, insbesondere da er einige direkt an der Bühne persönlich begrüßte.

"Geht es Dir gut?", fragte er ein Mädchen in der 1. Reihe. "Nein", gab sie schüchtern zur Antwort. "Nein? Dir geht es nicht gut?" - schrie Thomas ungläubig und fügte nach einer Weile hinzu, "Bist Du okay?". Dieses Mal versicherte sie dies. "Ja? Aber "gut" bedeutet "okay"! - Nur damit Du Bescheid weißt!", sagte Thomas. - Anschließend fragte er sie nach jedem Song, ob es ihr gut ginge, was dann aber nicht nur von ihr, sondern vom gesamten Publikum bestätigt wurde. Dies intensivierte das tolle Gefühl, das bereits durch das Live-Konzert hervorgerufen worden war!

Nach dem 1. Lied waren die Zuschauer zur Bühne gestürmt, wo allerdings die Sicherheitsleute standen. Sie versuchten für Ordnung zu sorgen und untersagten eigentlich Blumen und Geschenke zu übergeben.... Thomas wiederholte ziemlich oft "Danke, aber ich bin zum Singen hier. Du weißt, singen wie la-la-la."

Die Aufregung stieg an und die Mühen der Sicherheitsleute wurden immer hoffnungsloser... Zu Konzertmitte aber wurden die Fans durch die Security, dem Kontrollpersonal und dem Millitär von der Bühne getrennt. Dies konnte die Stimmung jedoch nicht wirklich trüben. Im Gegenteil, Thomas und seine Band heizten die Stimmung richtig an. Er war fröhlich, witzelte sehr oft herum und kommunizierte ständig mit dem Publikum. Wir waren total glücklich, dass keine Sprachbarriere herrschte. Das Publikum antwortete schnell, obwohl er nur Englisch sprach.

Positiv überrascht waren wir von der Tatsache, dass die Zuhörer nicht nur MT-Hits, sondern auch Lieder von seinem letzten Album forderten. - Es ist schade, dass nur so wenige Solo-Hits im Programm enthalten waren.

Nach "Independent Girl" schrie ein Typ in der Nähe der Bühne: "Anders!" Sing endlich "Brother Louie"!" Und die Mädchen in seiner Nähe antworteten: "Wir brauchen keinen "Brother Louie". Nehmt diesen Idioten hier weg!".

Nach dem traditionellen Mix von "In 100 years" und "King of Love" bekam Thomas einen weiteren Blumenstrauß. Eine Frau mittleren Alters gelangte auf die Bühne und versuchte sich hinter ihren Lieblingssänger zu stellen. Ihr Freund konnte allerdings zunächst kein Foto der beiden machen, da die Sicherheitsleute versuchten sie von der Bühne zu entfernen. Aber letztendlich siegte die Frau dann doch. Beim 3. Versuch klappte es, bevor sie endgültig von der Bühne geholt wurde.

Während dieser Situation sprach Thomas die ganze Zeit mit seinem Publikum. "Ich liebe Dich!", schrie ein asiatisches Mädchen in der 1. Reihe. "Was?", fragte Thomas und wiederholte es laut für alle. "Sie sagt, sie liebt mich. Mmh, woher kommst Du?" Er spezifizierte: "Kommst Du aus China?" - und er ging "She has China in her eyes"-singend auf die andere Seite der Bühne .

Dort performte er allerdings nicht diesen Song, sondern "Love is forever". Anschließend erinnerte er sich an "Deutschland sucht den Superstar - 2003". Seine Band begann dissonante Töne zu produzieren. Als Erinnerung für ihn, dass er zu viel reden würde.... "Entlassen", sagte daraufhin Thomas zu seinem Drummer und beendete seine Rede. Er erzählte dem Publikum, dass "TV makes the superstar" eine Hymne für diesen Wettbewerb gewesen wäre und das Publikum war glücklich den Song zu hören. - Außer dem Typen, der weiterhin "Brother Louie" forderte.

Während der Pausen zwischen den Songs stürmten 2 junge Mädchen mit einem Rosenstrauß auf die Bühne. "Alle Arten von Blumen...", begann Thomas, kaum die Blumen erkennend. "Alle Arten spanischer Rosen", fügte er hinzu, nachdem er sie im Detail untersucht hatte. Lars, der Gitarrist, spielte eine bekannte spanische Melodie an. "Alle Arten von Spanischen Gitarren" setzte Thomas fort. "Alle Arten des Dolce Vita.... Hier ist für Euch: No Face No Name No Number!" Das Publikum explodierte!

Nach diesem Song brachte ein Mädchen einen riesigen Strauß roter Rosen zu ihm auf die Bühne. Thomas dankte ihr, während er verträumt die Zeile "Red roses for the blue lady…..." von Guy Lombardo's Lied sang. "Mögt Ihr diesen Song?"

Anschließend ließ er sich am Rande der Bühne auf einer Installation für das Licht nieder. Eindeutig in der Erwartung von etwas ganz besonderem.... "Einem sehr, sehr persönlichem Song", wie er mitteilte. Allerdings wurde dieser romantische Moment etwas gestört, als plötzlich die Konstruktion unter ihm nachgab. Thomas konnte sich grad noch fangen und bemerkte lachend: "So fett bin ich doch gar nicht!".

Während Thomas dann von seiner Arbeit mit Holiday On Ice und dem Grund des Liedes sprach, schossen 2 Mädchen Fotos. Hinter ihm stehend, eine nach der anderen. Thomas, ein wenig verdutzt, fragte sie "Geht es Euch gut?" Und als die Mädchen ihm dankten, antwortete er mit bleibender Höflichkeit "Bitte sehr, gern geschehen.". Anschließend beendete er seine Ausführungen über die Wichtigkeit, sich Träume zu erhalten und Dinge auch mal mit Kinderaugen zu sehen. "Meine Kinder!" - unter Lachen verbesserte er sich selbst: "Mein Kind.". Er fügte hinzu, dass er nur ein Kind hätte und dass er nicht wüsste, ob er mehr haben wird. - Seine Rede über Liebe und Träume wurde natürlich mit dem Song "Just Dream" abgeschlossen.

Thomas sang dann "You can win if you want" und "Win the race". Währenddessen fragte er ein Publikum, ob sie Michael Schumacher kennen würden. Dabei machte er den Sound eines Formel 1-Boliven nach - sehr natürlich übrigens! Anschließend kehrte er zu Thema "Träumen" zurück und performte seinen letzten Soo-Song an diesem Tag - "Live your dream".

Der Song endete mit der Vorstellung der Musiker: Gitarrist Lars, Drummer Nick, Keyboarder Bernd und Bass-Gitarrist "Thorsten" (Rob natürlich, aber da Thomas mal wieder zugeben musste, diesen Namen vergessen zu haben, taufte Rob sich selber Thorsten....). Thomas fügte noch jeweils ein paar nette Worte hinzu und versuchte zudem noch die Zimmernummern im Hotel bekannt zu geben! Und er fuhr nicht fort, bis er die Reaktion des Publikums zu hören bekam! Anschließend fühlte sich Lars so frei und kommunizierte ein wenig mit den Zuschauern am Bühnenrand und Thorsten zeigte, dass er kein T-Shirt mit "Der Gitarrist von Thomas Anders" trug. Aber es konnte ihn nicht vor einem Solo auf der Gitarre abhalten.

Nach dieser Vorstellung erinnerte sich Thomas plötzlich an das asiatische Mädchen und fragte: "Wo ist meine Freundin aus China? China!", rief er in verschiedenen Stimmlagen und flötete ein paar orientalische Melodien. Schließlich näherte sich ihm ein Mädchen und Thomas fragte, wie sie hieße. - Sie hatte ihren Namen mehrfach zu wiederholen, bis Thomas ihn fehlerfrei nachsagen konnte. "So, ich spreche fließend chinesisch!", schloss er und performte "China in her eyes" nur für sie. Anschließend rief er sie nochmals zu sich und fragte, ob ihr der Titel gefallen hätte. Ihre Antwort lautete "Thomas, ich liebe Dich für immer!" "For always and forever", reagierte er spontan....

Komplettiert wurde das Konzert mit einem MT-Medley der 80er Jahre-Hits: "Geronimo's cadillac", "Jet Airliner", "Atlantis is calling", "Brother Louie" und "Cheri cheri lady". - Natürlich benötigten diese Songs keine spezielle Präsentation! Und auch der arme Typ, der seit Beginn des Konzertes nach "Brother Louie" geschrieen hatte, wurde befriedigt. - Und Thomas gab dann auch gleich bekannt, dass er den Song nur aufgrund eines Sonderwunsches singen würde!

Anschließend bedankte sich Thomas bei jedem: "Ihr wart ein wundervolles Publikum! Wundervoll!". Nebenbei bekundete er seine Russisch-Kenntnisse, die er durch Lars bereichern konnte, mit der Phrase "Ja lublyu tebya (Ich liebe Euch)". Aber wer uns mehr erstaunte war Thorsten, der fast ohne Akzent fragte "Wo ist der Bahnhof?". Anschließend teilte er uns in russisch seine Adresse mit. Auf Thomas' Frage nach seiner Telefonnummer jedoch antwortete er schüchtern, dass er nicht genug Geld für ein Telefon hätte...

Das Ende wurde durch ein weiteres witziges Highlight gekennzeichnet. Trotz der Security schafften es 2 Jungen auf die Bühne und einer von ihnen schüttelte Thomas die Hand, während der andere ins Mikro schrie, "Ich liebe Modern Talking! Ich liebe Thomas Anders!" Selbst diese Situation konnte Thomas nicht aus der Ruhe bringen und er klopfte einem von ihnen auf die Schulter. Als ein Angestellter die Störenfriede dann von der Bühne holen wollte, wurde er von der Security von den Beinen gerissen und auch seine Ausführungen, dass er hier arbeiten würde, halfen erst mal nichts...

Als Zugabe stand "You're my heart, you're my soul" auf dem Programm und es wurde vom Publikum statt von Thomas gesungen. Anschließend sagte Thomas goodbye und verschwand hinter der Bühne.

Das Taxi, das uns dann später zum Bahnhof brachte, war mit einem Fernseher ausgestattet. - Und was erschien plötzlich auf dem Bildschirm? Das Video von "You're my heart, you're my soul '98"!

Wir verließen die gastfreundliche Stadt und freuen uns auf das nächste Konzert, wo wir hoffentlich nicht nur die alten, sondern auch neue Solo-Songs hören werden!

Danke Dnipropetrovsk, Danke Thomas! Wir sehen uns!

 

Thomas' neue chinesische Freundin!

Text und Fotos: (c) Alina für www.Thomas-Anders.ru
Übersetzung:    (c) Pinwand für Thomas Anders-Fans, mit freundlicher Genehmigung und Freigabe durch Alina. -
We say "Thank you!"

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